Am Meer ohne Wasser

Sonntag 10.07.2022

Wir starteten heute gemütlich in den Tag. Zum Frühstück hörten wir uns die neuste Folge vom Kottbruder-Podcast auf Spotify an. Anschliessend erledigten wir den Abwasch und begannen die Abfahrt vorzubereiten. Wie üblich dauerte dies nicht lange, weshalb wir schon bald losfahren konnten. Dieser Campingplatz gefiel uns bisher am wenigsten. Wir waren glücklich, dass wir (endlich) weiterziehen durften.

Bis zum nächsten Campingplatz in Kungshamn war es nicht weit. Wir kamen um ca. 11.30 an und durften den Platz bereits beziehen. Rasch richteten wir unser Lager ein und stellten das Tarp auf. Unser Mittagessen assen wir draussen mit herrlichem Blick auf die Felsen. Am Nachmittag genossen wir die Natur und beobachteten die kleine Spatzenarmee, welche hier zu Hause ist. Die Vögel verhielten sich (zum ersten Mal seit langem) wie Vögel und pickten die kleinen Sämchen vom höheren Gras, welches überall auf dem Campingplatz wächst.

Anschliessend liefen wir gemütlich über den Platz und schauten, wo was zu finden ist. Ein kleiner, schattiger Weg führte uns in Richtung Badestrand. Nach einem steilen Aufstieg wurden wir mit einer wunderbaren Aussicht belohnt! Der Untergrund ist hauptsächlich aus Fels. Es gibt jedoch überall kleine Wassertümpel, welche bewachsen sind. Nach ca. 10-15 Minuten Fussweg (über Stock und Fels), kamen wir am Badestrand an. Auch hier war der Blick die Mühe wert. Wir konnten direkt aufs Meer sehen, welches hellblau und klar war. Der Wind wehte kühl, weshalb es auch wenn die Sonne schien, nicht zu warm war.

Nachdem wir die Bilder in uns aufgesogen hatten, gingen wir langsam zurück zum Wohnwagen. Am Abend ging Fabian erneut los und nahm diesmal seine Kamera mit. Tanja erledigte in dieser Zeit den Abwasch und las ein wenig.

Montag 11.07.2022

Der Wecker klingelte uns heute um ca. 8 Uhr aus dem Bett. Nachdem wir Rührei gegessen hatten, zogen wir uns an und buchten die Zoo-Tickets online (diesmal klappte es auf Anhieb :)). Der Zoo würde um 10 Uhr öffnen und die Autofahrt dorthin betrug nur 15 Minuten.

Wie auch bei unserem letzten Zoo, wurden die Tickets gleich am Anfang kontrolliert, der Eingang zum Zoo, war erst etwas weiter hinten. Nachdem wir die Karte im Zoo konsultiert hatten, beschlossen wir unseren Rundweg bei den Tigern zu starten. Wir hatten auch vorgängig die Zoo-App heruntergeladen und konnten daher über unsere Smartphones jederzeit unseren Standort ermitteln :).

Die Wege in der ganzen Anlage waren sehr grosszügig angelegt. Da der ganze Zoo am Felsen angebaut worden war, gab es oft Holzstege, welche in schwindelerregender Höhe verliefen und so den Einblick in die schönen und artgerechten Gehegen gewährte. Wir sahen die Tiger erst, als wir weit nach oben gegangen waren. Die grossen Katzen lagen gemütlich in einem Baumhaus und schliefen.

Da die Gehegen jeweils ziemlich gross waren und viele Versteckmöglichkeiten boten, sahen wir nicht besonders viele Tiere. Dennoch waren die „sichtbaren“ ziemlich aktiv, weshalb sich unser Besuch gelohnt hatte und wir wieder gehen würden. Ein kleiner Jaguar war zu einem Scherz aufgelegt. Er legte sich direkt vor dem Glas auf die Lauer und beobachtete den grösseren Gefährten. Als er den Zeitpunkt als günstig erachtete, sprang er los und wollte den Grösseren (packen, oder mit ihm spielen? wir waren nicht sicher). Der Andere wollte davon nichts wissen und fauchte den kleineren sofort an. Damit der Standpunkt klar war, hakte er noch 2x nach, bis er schlussendlich den kleineren mit der Tatze (ohne Krallen) erwischte und ihm einen Klaps gab. Danach herrschte wieder Ruhe und Frieden im Gehege, bzw. beide Katzen gingen einander aus dem Weg :).

Nach dem Mittagessen liefen wir zu den Bauernhoftieren. Es gab hier einen Streichelzoo und auch Schweine. Die zwei Säue hatten mehrere Ferkel, welche unterschiedlicher nicht sein konnten. Im Ersten Gehege, waren die Kleinen sehr aktiv und spielten viel (und etwas grob) miteinander. Im Zweiten lagen die etwas grösseren Ferkel nebeneinander und hielten einen Mittagsschlaf.

In der Nähe des Zoos gibt es eine berühmte Stelle im Wald, mit „Fels-Malereien“. Jedoch wurden die Bilder nicht gemalt, sondern in den Fels gekratzt. Damit diese besser sichtbar sind, wurden die Bilder mit roter Farbe nachgezeichnet. Dazu gibt es eine Tafel, auf der die Darstellung genauer erläutert werden. Dieser Besuch war sehr interessant und informativ. Es hat uns sehr gefallen.

Dienstag 12.07.2022

Gestern Abend gab es als Unterhaltungsprogramm für die Kinder einen Disco-Abend. Die gespielte Abba-Musik hörten wir bis um 23 Uhr (in Schweden beginnt die Nachtruhe etwas später als bei uns :). Daher standen wir heute etwas später auf und schauten dann nach, unter welchen Bedingungen wir waschen konnten.

Da alle Maschinen frei waren, konnten wir gleich loslegen. Auch der Tumbler funktionierte (fast) einwandfrei, weshalb viele Kleider rasch trocken waren. Danach spielten wir eine Runde Abenteuer-Minigolf. Die Bahnen waren toll! Sie waren passgenau auf und in den Felsen gebaut worden, weshalb das „Grün“ oft mehr einem verschlungenen Weg glich. So konnten wir manche Bahnen direkt auf Anhieb mit 1-2 Schlägen spielen und bei anderen kamen wir auch mit den maximal 7 Schlägen nicht einmal in die Nähe des Lochs.

Am Nachmittag gingen wir einkaufen und verbrachten den restlichen Tag gemütlich auf dem Campingplatz.

Plötzlich erhielt Fabian eine SMS vom Campingplatz, indem wir informiert wurden, dass ab sofort alle Sanitärgebäude geschlossen seien, da es kein Wasser mehr gäbe. Zum Glück hatten wir unseren Wassertank am Nachmittag aufgefüllt, weshalb es etwas dauern würde, bis uns das Wasser knapp werden würde. Nach ca. einer Stunde ging Fabian zur Rezeption und fragte nach, wie nun der Stand sei und ob bekannt wäre, was passiert ist. Die nette Angestellte gab der ganzen Schlange vor Fabian freundlich auf Schwedisch Auskunft und erklärte Fabian dann auf English, was vorgefallen war: Ein Schiff hat die Frischwasserleitung gekappt, weshalb nun die daran hängende Region kein Wasser mehr hat. Jedoch sollte bald ein provisorischer Tank aufgestellt werden, wo jeder eine Ration Wasser holen könnte und womit auch die WC gespült werden sollen.

Als es 21 Uhr war, hörten wir einen Lastwagen kommen. Daher liefen wir nach vorne zum Sanitärgebäude 1 um zuzuschauen. Es hatte sich bereits eine lange Schlange gebildet, alle warteten geduldig und ruhig darauf, dass sie an der Reihe waren. Da die Zisterne des Campingplatzes leider leer war (es hatte in den letzten Wochen kaum geregnet), musste diese zuerst extern aufgefüllt werden. Wir gingen zurück zum Wohnwagen und sind gespannt, wie es nun weitergeht.

Mittwoch 13.07.2022

Da die Situation mit Wasser haben ja/nein, nicht ganz sicher war, beschlossen wir heute morgen in ein Einkaufszentrum zu fahren. Wir planten, dass wir bei der Ikea unser Frühstück essen konnten, bevor wir die anderen Geschäfte erkundeten. Leider hatte diese Ikea kein Frühstück mehr im Angebot! Wir konnten es kaum fassen, und waren ziemlich enttäuscht. Dank Fabian konnten wir etwas improvisieren und bekamen doch beide ein Brötchen, mit Butter und 1 Scheibe Käse.

Die Ausstellung der Ikea unterschied sich nicht, zu den anderen Filialen von Schweden. Daher liefen wir zügig durch und schlenderten anschliessen durch einen Elgiganten Mega Store (Elektronikfachmarkt). Bei den anderen Geschäften reichte uns ein Blick in die Schaufenster aus, ohne, dass wir alle besuchen wollten.

Mit einer schönen, glasigen Brücke, wurden zwei der grossen Parkplätze miteinander verbunden. Als wir auf der Brücke waren genossen wir die Aussicht auf den renaturierten Bach. Fabian erhielt ca. am Mittag eine neue SMS vom Campingplatz. Uns wurde mitgeteilt, dass die Zisterne aufgefüllt war und sämtliche Sanitäranlagen geöffnet waren, weshalb diese wieder uneingeschränkt genutzt werden durften. Ausserdem wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass das Wasser vor dem trinken abgekocht werden sollte, aber für den Abwasch, Zähneputzen, etc. ohne Bedenken gebraucht werden durfte.

Daher fuhren wir zurück zum Wohnwagen. Als wir ankamen, waren wir äusserst dankbar, dass es während unser Abwesenheit nicht geregnet hatte: Unser grosses Fenster über der Essgruppe stand sperrangelweit offen! Wir hatten nicht mal das Fliegenschutzgitter gezogen. Der Vorteil war, dass die Sonne den Wohnwagen nicht so stark aufheizen konnte, wie sonst und es angenehm kühl war.

Wir bauten unser Tarp ab und merkten, dass es durch den starken Wind bereits ziemlich beansprucht worden war. Einige Ösen waren schon fast rausgerissen und die Nähte lösen sich langsam auf. Als alles im Wohnwagen verstaut war, gingen wir duschen.

Auf dem Campingplatz gab es wunderschöne Familien-Duschen mit 1x Toilette und 2x Duschen (eine hatte sogar zusätzlich noch eine Badewanne). Da nicht viel los war, wählten wir eine dieser Räume und genossen den Platz.

Zurück im Wohnwagen räumten wir auf, damit wir für die morgige Abreise bereit waren.

Donnerstag 14.07.2022

Wir standen heute gemütlich auf und frühstückten. Nach dem anschliessenden Abwasch entsorgten wir die leeren Pfandflaschen und leerten das Abwasser-Taxi. Unterdessen haben wir nur noch 20-30 Minuten, bis wir Abfahrbereit sind, weshalb wir rasch losfahren konnten.

Nachdem unser Benzin-Tank um eine neue Füllung gebeten hatte, nutzte Tanja die Möglichkeit und ging kurz im Wohnwagen zur Toilette. Sie sah, dass der Boden einige feuchte Spritzer hatte, weshalb sie die Toilettenklappe öffnete – leider trog die Ahnung nicht, wir hatten wieder ein kleines Leck. In Schweden gibt es auf fast allen Rastplätzen die Möglichkeit Chemie-Toiletten zu entleeren. Wir hielten bei der nächsten an und konnten den „Schaden“ rasch und unkompliziert beheben. Die restliche Fahrt zum Campingplatz verlief ohne weiteren Komplikationen.

Unser Platz ist direkt an der Düne vor dem Meer. Der starke Wind beflügelt alle Kitesurfer, ist für uns aber etwas zu stark :). Als wir zum Meer liefen, war gerade Ebbe. Tanja zog flink ihre Schuhe und Socken aus, damit sie das Gefühl vom Sand mit den blossen Füssen geniessen konnte (ausserdem haben die Sketchers nur auf der Seite kleine Löcher, weshalb sie eine Sand-Party in den Schuhen umgehen wollte :)).
Am Abend gingen wir in das FirstCamp Bistro und genossen das leckere Essen.

Freitag 15.07.2022

Wir standen heute wieder mal etwas früher auf, da wir zu einem der grössten Läden in Schweden fahren wollten. Dieser öffnete bereits um 7 Uhr. Da jedoch die Nachtruhe von 24.00-07.00 dauerte, durften wir nicht vor 7 Uhr losfahren.

Nach einer 40 minütigen Fahrt, kamen wir beim grössten Parkplatz an, den wir je gesehen hatten! Es gab mehrere Unterteilungen (z.B. ein Areal nur für Wohnwagen und Camper). Wir parkierten unser Auto in der offenen Einstellhalle, da es ein schöner und warmer Tag werden wird. Den etwas weiteren Weg bis zum Eingang, nahmen wir gerne in Kauf. Leider konnten die Einkaufswagen nur mit Münz aufgeschlossen werden. Da wir nichts passendes dabei hatten, liefen wir ohne Wagen los.

Es waren noch nicht viele anderen Besucher auf dem Weg, weshalb wir nicht anstehen mussten (Rekord liegt bei 1.4km). Im Laden, waren wir überwältigt, da ein grosses Durcheinander herrschte. Während wir unsere Gedanken sortierten und überlegten, wo und wie wir am besten Anfangen könnten, wurden wir bereits von den Einheimischen überholt. Es gab einfach alles: Kosmetika, Kleider, Spielwaren, Jagdzubehör, Reit-Artikel (ausser Pferde :)), Deko-Artikel, usw.

Wir brauchten gut 5 Stunden, bis wir (vermutlich?) alles gesehen hatten. Unser Znüni und auch Mittagessen assen wir in einem der Bistro, Restaurants des Ladens. Als wir bei der Kasse durch waren, waren wir beide ziemlich erschöpft. Daher fuhren wir zurück zum Campingplatz und erholten uns etwas im Wohnwagen.

Etwas später gingen wir auf dem Campingplatz und am Sandstrand spazieren. Es war schön draussen in der Natur zu sein und die Seele baumeln zu lassen. Unser Wohnwagen steht auf einer kleinen Insel zusammen mit 3 anderen Wohnwagen. Diese sind bereits etwas älter, ausser sie werden mit den Zugfahrzeugen verglichen! In der Nähe von Falkenberg gibt es ein ganz-Jahres-Treff für Oldtimer. Daher haben wir bisher überdurchschnittlich viele der schönen Fahrzeuge gesehen.

Die Nachbarn hinter uns, hatten diverse andere Oldtimer-Fahrer zu sich eingeladen, weshalb eine fröhliche (und laute) Truppe direkt neben uns entstanden war. Alle Gespräche waren auf Schwedisch, weshalb wir nicht viel verstanden haben. Gerade als wir ins Bett gehen wollten (ca. 22 Uhr) wurde beschlossen, dass es nur noch schöner sein würde, wenn Musik in ohrenbetäubender Lautstärke gespielt wird. Die Nachtruhe beginnt erst um Mitternacht, weshalb wir uns nicht beschweren durften. Dennoch staunten wir, wie die sonst so ruhigen und um angenehme Atmosphäre bemühten Schweden, mit einer Ignoranz Lieder spielten, welche nicht für jeden Geschmack etwas waren (Nashville-Classics und Schwedische Volkslieder lösten sich immer wieder ab).

Um 23.30h war dann endlich Ruhe – leider nicht für lange. Ein starker Wind kam auf und ein Gewitter zog auf! Der Regen prasselte auf unser Dach, wir hatten nicht gedacht, dass etwas noch lauter sein konnte als die vorherige Musik – weit gefehlt. Tanja kapitulierte bald und stellte den Wecker für 7 Uhr ab, damit wir noch etwas Schlaf bekommen würden.

Samstag 16.07.2022

Auf Fabians innere Uhr war wie immer Verlass. Pünktlich um 7 Uhr stand er auf, zog sich an und ging mit dem Wäschesack zum Sanitärgebäude. Bald schon war die Wäsche gewaschen und mehr oder weniger trocken. Wir holten in der Rezeption frische Brötchen und liefen zurück zum Wohnwagen. Kaum waren wir drin, begann es kurz, aber heftig zu regnen.

Heute wollten wir die Radio-Station Grimeton besichtigen. Diese war nur 20 Minuten vom Campingplatz entfernt. Da es immer noch stark windete und wir dem Wetter nicht trauten, fuhren wir mit dem Auto.

Wir hatten Glück, die nächste Tour auf English würde erst in über 1h 30 Minuten starten. Daher konnten wir ein Ticket ohne Führung lösen und waren dankbar, dass wir in unserem Tempo (langsam und etwas übermüdet) durch die Gebäude laufen konnten mit den vielen Informationen. Es gab auch einige Stationen, an denen wir interaktiv auf die gestellten Aufgaben antworten konnten. Der Besuch war kurzweilig und sehr informativ. Zum Schluss liefen wir durch den angelegten Garten mit vielen Wildblumen. Es flogen viele Hummeln und Schmetterlinge herum.

Zurück auf dem Campingplatz kochte Tanja unser Mittagessen. Anschliessend fuhren wir los zum Einkaufen. Da der grosse ICA nicht alles hatte, was wir brauchten (Wasser im Sechserpack und nicht lose), suchten wir anschliessend noch ein zweites Geschäft auf.

Am Nachmittag zogen wir unsere Badeschuhe an und gingen zum Strand. Die Ebbe war noch stärker zu sehen, als in den letzten Tagen. Wir konnten weit hinausgehen und genossen das warme Wasser. Durch den Wind und die leichten Wellen, wurden wir ziemlich nass. Es war trotzdem sehr schön!

Beim Campingplatz wuschen wir unsere sandigen Füsse mit dem Frischwasser-Schlauch ab, bevor wir zurück in den Wohnwagen gingen. Wir assen unser Abendessen wieder im Bistro und schrieben anschliessend unseren Blog.

Bald werden wir das Abwasser-Taxi und die Toiletten-Kassette noch entleeren und anschliessend duschen. Wir hoffen auf eine ruhigere Nacht :).

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