Landleben versus Grossstadt

Sonntag 28.05.2022

Nach einem leckeren Kaffee und Redoxon packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren pünktlich um 8 Uhr los. Unsere Gasflasche von Norwegen war heute morgen leer. Wir hofften, dass wir diese in Östersund zurückgeben können.

Auf unserer Fahrt war es fast immer stark bewölkt, weshalb es gar nicht richtig hell wurde. Dies war vermutlich der Grund für diverse Sichtungen von Wildtieren:
– 3x Fuchs (davon 1 Jungtier)
– 1x Reh
– 1x Hirschkuh
– 2x Hase

Kurz nach 14 Uhr trafen wir auf dem Campingplatz ein. Der Platzwart war schnell vor Ort und hat uns trotz Regen sehr gut eingewiesen. Wir durften den Platz spontan wechseln. Der ganze Platz ist relativ steil. Unser Ausgleichskeil half für die Ausnivelierung nicht viel, da dieser komplett im weichen Rasen verschwand.

Sobald wir eingerichtet waren, ass Tanja ihr restliches Mittagessen und startete anschliessend eine Waschmaschine. Fabian machte sich auf, um die Gasflasche zurückzugeben und eine Neue zu holen. Nach über einer Stunde kam Fabian endlich zurück. Er brachte zwei Gasflaschen mit (1x voll und 1x leer). Offenbar gibt es Lieferschwierigkeiten, weshalb fast alle Propanflaschen ausverkauft waren. Fabian hatte Glück und erhielt bei der fünften Tankstelle die letzte Flasche. Jedoch wollte niemand die Norwegische Flasche zurücknehmen. Wir sahen, dass wir nahe (ca. 170km) der Norwegischen Grenze sind und planten daher für morgen einen Tagesausflug nach Norwegen :).

Anschliessend kochte Tanja das Abendessen und nach 3h konnten wir die trockene Wäsche (endlich) aus dem Tumbler holen.

Montag 30.05.2022

Nach einer ruhigen Nacht packten wir unsere Rucksäcke und die leere Gasflasche ins Auto. Es war toll, dass wir den Wohnwagen stehen lassen konnten und nur mit dem Auto einen Ausflug machen konnten. Nach ca. 2h Fahrzeit kamen wir in Norwegen an. Die Gasflasche wurde problemlos zurückgenommen. Da in Norwegen und Schweden diese Flaschen gekauft werden und (nicht wie bei uns) ein Pfand hinterlegt wird, bekamen wir kein Geld zurück.

Auf dem Rückweg assen wir kurz vor dem Zoll unser Mittagessen. Fabian genoss die frische Luft und setzte sich draussen hin, während Tanja vom noch liegenden Schnee und dem kühlen Wind abgeschreckt wurde und lieber im Auto blieb. Bevor wir zum Campingplatz zurück kehrten fuhren wir einkaufen.

Es war ein wunderschöner, sonniger und warmer Tag. Im Wohnwagen zeigte der Temperaturmesser knapp über 30 Grad an. Nachdem wir die Fenster geöffnet hatten, konnten wir rasch auf ca. 26 Grad herunterkühlen. Wir beschlossen, noch etwas spazieren zu gehen, da der Campingplatz in der Nähe eines Quartiers liegt. So konnten wir die schönen Häuser und (meist) sehr gepflegten Gärten in Ruhe geniessen. Als wir bei einer Vorschule ankamen, merkten wir, dass es in der Nähe einen ICA gab, mit dem Namen „Vallhalla“. Diesen wollten wir unbedingt sehen und liefen bis dorthin. Fabian war etwas enttäuscht, da der ICA ein normaler Einkaufsladen war und nichts mit dem Himmel der Wikinger zu tun hatte. Dennoch fand er das gewünschte Eis und genoss die kurzfristige Kühle.

Der Rückweg war etwas anstrengender, da der Weg nun nach oben führte. Auf einem Bank im Schatten ruhten wir uns kurz aus und tranken aus den vorsorglich eingepackten Wasserflaschen. Als wir beim Campingplatz ankamen, begann es zu regnen. Die grossen Wassertropfen und bedrohlich aussehende Wolken verwiesen auf ein Sommergewitter. Wir hatten Glück, dass es erst regnete, als wir wieder im Trockenen waren.

Den restlichen Abend verbrachten wir gemütlich im Wohnwagen. Es regnete immer wieder, weshalb wir unsere Stühle nicht rausholten. Bei einer Regenpause suchten wir die Duschen auf. Es hat nur 3 Stück, jedoch waren alle leer und verfügten sogar über eine Regendusche! Die zweite „Regen-Dusche“ bekamen wir auf dem Rückweg zum Wohnwagen :).

Dienstag 31.05.2022

Auch heute genossen wir einen Kaffee um in den Tag zu starten. Zum ersten Mal in diesen Ferien bereitete Tanja diesen zu (unter Fabians wachsamen Blick). Während Tanja begann den Blog für die letzten Tage zu schreiben, wusch Fabian ab und leerte anschliessend unser Abwasser-Taxi.

Da unser Nivelierungskeil bereits im Rasen versunken (und vermutlich schon ein Teil der hiesigen Hasen-Kolonie) war und wir daher auch im Wohnwagen bergauf gehen müssen, entschieden wir einen nahe gelegenen Caravanhändler aufzusuchen. Wir hofften, dass wir bessere Keile finden würden, welche „Terrassen-förmig“ aufgebaut war. Diese sind meistens auch etwas breiter.

Der Caravanhändler war sehr gut organisiert, wir fanden die benötigten Nivelierungskeile rasch und haben auch neue Bremskeile gefunden. Zurück beim Wohnwagen setzten wir diesen um und platzierten die neuen Produkte.

Am Nachmittag fuhren wir in ein nahe gelegenes Einkaufszentrum. Im Clas Ohlson Laden fanden wir (endlich) die Massage Gun (aus Gewichtsgründen liessen wir unsere zu Hause – hat viel gebracht:)). Fabian gönnte sich ein Multifunktions-Tool von Leatherman, welches er schon lange haben wollte.

Wieder beim Wohnwagen angekommen, schraubten wir den Spiegel im Badezimmer ab. Er war gross und wog sehr viel. Zudem reichte er von der Decke bis zum Waschtisch, weshalb er bei jedem Gebrauch verspritzte und mühselig zu reinigen war. Anschliessend montierten wir die zwei kleineren Spiegel, welche wir im 1$-Dollar Laden gefunden haben. Die klebende Rückseite haftete nicht genug, zum Glück haben wir eine Rolle Tesa-Klebeband gekauft, welches einwandfrei funktionierte.

Da wir morgen eine lange Fahrt geplant hatten, bereiteten wir uns so gut wie möglich vor. Beim Auto montierten wir die breiteren Spiegel, der WC-Tank wurde geleert und der Wohnwagen aufgeräumt.

Mittwoch 01.06.2022

Heute standen wir um 5 Uhr auf und waren, nach einem Kaffee und einem Müsli für Tanja, rasch bereit zur Abfahrt. Kurz vor 7 Uhr fuhren wir los und entsorgten den Spiegel mehr oder weniger legal bei einer Entsorgungsdeponie, welche wir in der Nähe vom Campingplatz entdeckt hatten.

Dragon Gate

Das Wetter war wechselhaft von bewölkt, zu Regen und strahlendem Sonnenschein. In Stockholm angekommen trafen wir auf den Feierabendverkehr (Uhrzeit ca. 15.30) und kämpften uns durch die verstopfte 5 spurige Autobahn. In einem Tunnel hörten wir wieder das Sirenen-Geheul der Polizei. Jedoch waren diese nun auf unserer Seite unterwegs. Alle wichen so gut sie konnten aus, und liessen die Polizei durch. Kaum waren wir wieder normal und auf der eigenen Spur unterwegs, kam die nächste Horde heulender und blinkender Polizei-Autos angerast. Bis alle ausweichen konnte, dauerte es etwas länger. Endlich war es geschafft, wir waren aus dem Tunnel raus!

Wir fragten uns mehrmals, ob wir nun auf der richtigen Spur sind, da uns das Navi nicht immer angab, welche der vielen Spuren nun für uns die Richtige sei. Zum Glück standen/fuhren wir immer richtig und freuten uns sehr (!) als wir das Verkehrs-Chaos hinter uns lassen konnten und endlich den ruhigen Campingplatz erreichten.

Unser gewählter Platz ist herrlich! Wir stehen unter ein paar Bäumen, weshalb wir auch am späten Nachmittag den Schatten geniessen können. So verzichteten wir darauf unser Tarp zu stellen und werden Tisch und Stühle je nach Bedarf aufstellen. Es sollte jedoch (gemäss Wetterbericht) am Abend regnen, weshalb wir es uns im Wohnwagen gemütlich machten und unser Abendessen dort assen.

Donnerstag 02.06.2022

Der Wetterbericht für heute gab an, dass es den ganzen Tag regnen würde. Aus diesem Grund planten wir bei unserem (also Tanja’s :)) Frühstück einen Shopping-Tag ein. Wir fuhren mit dem Auto zur Mall of Scandinavia. Unser Navi gab an, dass die Fahrzeit 45 Minuten betragen wird. Tatsächlich waren wir eine knappe Stunde unterwegs. Es hatte extrem viel Verkehr, da morgen die UN climate conference in Stockholm stattfindet.

Die Mall ist extrem gross und weitläufig! Wir schätzen, dass diese mind. 3x so gross ist wie das uns bekannte Westside. Gemütlich schlenderten wir durch die Einkaufsmeile und schauten uns die Geschäfte an. Nachdem wir fast eine Stunde unterwegs waren, genehmigten wir uns im Starbucks (war der erste, den wir in Schweden sahen) je einen Kaffee und Fabian ass ein Käse-Schinken-Croissant.

Danach liefen wir weiter und fanden per Zufall in einem der drei Haushaltsgeschäfte ein neues Sieb inkl. Dichtung für unsere Bialetti. Da wir schon länger auf der Suche waren, kauften wir zwei Packungen. Anschliessend besuchten wir (erneut :)) den Clas Ohlson. Wir hatten beim letzten mal kein Mücken-Abwehr Produkt gekauft, was wir nun nachholen wollten. Am Campingplatz wimmelte es nur so von den aggressiven Insekten. Das Produkt fanden wir rasch, jedoch hatten sie die schöneren Tischlampen nicht. Daher wählten wir ein portables Gerät und kauften auch ein Nachfüllpaket.

Natürlich verpassten wir die ideale Zeit um im bevorzugten Burger-Restaurant unser Mittagessen zu holen. Da die anderen Restaurants zwar auch eine gute Küche boten, jedoch genauso überfüllt waren, warteten wir bis um halb eins. Dann war der Andrang (endlich :)) vorüber. Wir bestellten je einen Cheesburger mit Pommes und setzten uns auf eine schöne Bank in der Ecke. Das Wasser war (wie üblich in Schweden) gratis, weshalb Tanja grosszügig trinken konnte. Fabian wählte ein Pepsi und teilte sich die kleine Flasche ein. Das Essen war gut, der Burger leider etwas trocken.

Am Nachmittag liefen wir weiter und fanden uns plötzlich in einem der drei (inkl. 1 Lego-Laden) Spielwarengeschäfte wieder. Wir hatten ein paar Spiele eingepackt, jedoch wäre ein wenig mehr Abwechslung schön. Damit wir eine gesamt-Übersicht erhielten, gingen wir in jedes Geschäft (mit Ausnahme des Lego-Ladens) und entschieden uns dann für das Monopoly Banking Cash-Back und Trails of Tucana. Dafür liefen wir im Einkaufszentrum ca. 30 Minuten hin und her. Als wir eine Pause benötigten, gingen wir zu einem Ben&Jerrys Laden. Fabian wählte einen Milchshake und Tanja nahm drei Kugeln Eis in einem Becher. Die süsse Leckerei tat uns sehr gut, wir genossen die Pause sehr.

Langsam aber sicher waren wir genug gelaufen und suchten daher den ICA auf, damit wir noch einkaufen konnten. Auf dem Rückweg fanden wir heraus, warum Tanja in bestimmten Teilen der Mall immer sagte, dass sie Lush-Produkte riechen würde. Es gab eine weitere Abkürzung, welche wir bisher nie gesehen haben und dort gab es einen Lush-Store. Wir verzichteten auf einen Besuch, damit unser Wohnwagen keine Geruchs-Explosion erdulden muss und sahen uns lediglich das Schaufenster an.

Anschliessend fuhren wir durch das Verkehrs-Chaos zurück zum Campingplatz. Die Fahrt dauerte diesmal gut 1h 30min. Wir wissen nun definitiv, dass Stockholm selber für uns keine Erholung bieten wird und werden daher auf weitere Autofahrten verzichten.

Beim Wohnwagen angekommen packten wir die erworbenen Sachen aus und testeten die neuen Spiele. Beide machen grossen Spass und sind sicher keine Fehl-Investition.

Freitag 03.06.2022

Nachdem wir gemütlich in den Tag starteten, machten wir unsere Sandwiches und packten die Radtaschen. Bei unseren Recherchen fand Fabian einen Holzsteg, welcher zu Fuss oder mit Fahrrad überquert werden konnte. Wir staunten, wie rasch wir dort ankamen. Da der Steg ziemlich schwankte, entschieden wir lieber zu laufen, anstelle zu fahren. Die Aussicht war super und genau wie in der Schweiz, hatte die Blesshuhn-Mutter versucht ihre vier Kücken im Schilf zu parken und schwamm alleine weiter. Wir fragten uns, ob es in diesem Teich wohl viele Fressfeinde gab und wie viele der Jungtiere überleben werden.

Nachdem wir ein bisschen durch die angrenzenden Quartiere gefahren sind, folgten wir den Wegweisern nach „Nacka C“ und sptäer richtung Elite Hotel Marina Tower Stockholm, wo auch der Hafen liegt. Da die Fahrrad-Wege neben der Hauptstrasse verliefen, konnten wir sicher und in dem uns beliebenden Tempo fahren. Plötzlich waren wir nahe der City. Wir hatten nicht gemerkt wie weit wir schon gefahren sind. Nun wollten wir aber auf jeden Fall noch bis zum Meer fahren. Nachdem wir uns ein paar mal verfahren hatten, kamen wir endlich am Hafen an. Es gab diverse Bänkli und viele waren frei. Nachdem wir uns niedergelassen hatten, assen wir unser Mittagessen und genossen die schöne Aussicht.

Für den Rückweg wählten wir die „schöne“ Route und drehten auch hier ein Mal eine Ehrenrunde, da die Navigation nicht immer klar angab, wo wir nun genau abbiegen mussten. Die schöne Route, führte einen steilen Hügel nach oben, welchen wir nur dank der elektrischen Unterstützung fahren konnten. Oben angekommen fanden wir heraus, dass dies das Ski-Gebiet von Stockholm war :).

Zurück beim Campingplatz angekommen stellten wir fest, dass wir über 27 Kilometer gefahren waren. Auch wenn wir beide nicht besonders trainiert sind und mehrheitlich im Eco-Modus fuhren, fühlten wir uns sehr gut. Da es auf dem Campingplatz nur 4 Duschen gibt, suchten wir diese bereits am frühen Abend auf, und hatten Glück: Wir mussten nicht anstehen :). Den Abend verbrachten wir anschliessend gemütlich im Wohnwagen.

Samstag 04.06.2022

Die letzten Tage vergingen wie im Fluge, so dass wir leider den idealen Zeitpunkt verstreichen liessen, um unsere Wäsche zu waschen. Fabian wollte daher den Raum reservieren. Es überraschte uns, dass dieser bereits ausgebucht war. Wir hatten jedoch Glück und konnten für den Montag ein Zeitfenster von 12.00 bis 17.00 reservieren. Die Kleider werden bis zu diesem Tag noch ausreichen :).

Anschliessend fuhren wir 20 Minuten mit dem Auto und gingen in einer kleineren Mall etwas ausserhalb von Stockholm einkaufen. Als Tanja die gekauften Produkte in die Tasche umpackte, rutschte ihr die Milch aus der Hand und fiel auf die Quark-Packung. Leider konnte der Quark dem Druck nicht standhalten, riss an der Seite auf und verteilte einen Teil davon in der Tasche. Tanja fluchte innerlich und packte die restlichen Lebensmittel ein. Beim Wohnwagen angekommen begann Fabian alleine das Tarp aufzustellen. Währenddessen packte Tanja die Lebensmittel aus, säuberte was nötig war und füllte den Quark in ein Tuperware um. Als sie fertig war, konnte sie Fabian noch etwas helfen (hauptsächlich bestand die Hilfe darin, das Thermacell zu holen und einzuschalten, da die Mücken Fabian offenbar als lecker befanden).

Als das Gerät lief, gab es etwas weniger Mücken, was bereits hilfreich war. Als wir fertig waren und Tisch und Stühle aufgestellt waren, stieg eine kleine Rauch-Säule aus dem Anti-Mücken-Gerät auf. Diese war geruchlos. Sofort waren alle Mücken weg. Wir waren sehr überrascht, dass das eher billig wirkende Produkt eine so gute Wirkung erzielte und genossen die Mücken freie Zeit sehr. Ca. nach 4 Stunden ersetzten wir das Plättchen und hatten schon bald wieder die herrliche Ruhe.

Am Abend setzte Fabian den Skotti-Grill zusammen und wir grillten vier Fleisch-Spiesse. Das Ergebnis war sehr lecker, auch wenn das Fleisch etwas mehr Knorpel aufwies, als wir erwartet hatten. Sobald die Sonne hinter dem kleinen Wäldchen verschwunden war, wurde es rasch kühl. Daher setzten wir uns in den Wohnwagen und assen unseren Nachtisch dort.

Tanja entdeckte eine kleine Zecke, welche sich unterhalb des rechten Knies eingerichtet hatte. Zum Glück haben wir eine Zeckenkarte eingepackt und konnten den Parasit rasch entfernen. Die anschliessende Zeckenkontrolle ergab keine weiteren Übergriffe, wir werden jedoch ab jetzt regelmässig schauen, ob sich wieder eine Zecke für unser Blut interessiert :).

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