D’Sunne geit im Norde uf (und unger) :)

Sonntag 15.05.2022

Nach einer erholsamen Nacht starteten wir gemütlich in den Tag. Bei einem Kaffee und der Konsultation der Wettervorhersage, beschlossen wir das Wikingermuseum in Borg zu besuchen. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten, auch mit der Abkürzung, durch welche unser Navi uns schickte. Wir waren dankbar, dass wir den Wohnwagen am Campingplatz stehen lassen konnten, da die Strassen sehr eng wurden, und das Kreuzen zweier Autos schon eine Herausforderung darstellten.

Beim Museum angekommen, parkierten wir am Ende des Parkplatzes und liefen dann den Weg zum Haupteingang. Es ging bereits relativ steil nach oben und der kalte Wind blies uns Regentropfen in die Gesichter. Wir wurden freundlich begrüsst und bezahlten den Eintritt. Als Eintrittskarten erhielten wir Etiketten, welche wir sichtbar auf der Kleidung befestigen sollten. Über die angegebene Internetseite hat jeder Besucher die Möglichkeit sich die Audio-Dateien in seiner bevorzugten Sprache vorlesen zu lassen. Es gab genügend Kopfhörer, welche kostenlos zur Verfügung standen.

Total gibt es innen drei Räume:
1. Informationen dazu, wie die Wikingerstätte entdeckt worden ist
2. kleiner Kinosaal mit einem Spielfilm: das Leben der Wikinger
3. Ausstellung mit gefundenen Waffen, Schmuckstücken etc. mit den passenden Audiodateien.

Die vorgelesenen Texte waren sehr lang und etwas monoton gelesen. Daher kürzten wir Raum 1 und 3 etwas ab und hörten was uns interessierte. Der kurze Spielfilm konnte auch über die Kopfhörer gehört werden. Leider war der Film zudem auf englisch vertont, weshalb Tanja nach kurzer Zeit den Kopfhörer weglegte, da eine Englisch-Deutsche Mischung mehr verwirrte, als alles auf Englisch zu hören.

Nach dem wir die Exponate im 3. Raum besichtigt hatten, beschlossen wir etwas zu essen. Im Café gab es zwei Arten von Sandwichen (1x mit Fleisch und 1x. mit Lachs). Das Sandwich mit Fleisch war bereits aus… Tanja befürchtete schon, einen Nachtisch auswählen zu müssen, bis sie die Karotten-Suppe entdeckte. Dankbar nahm sie davon eine Portion, während Fabian sich auf seinen Lachs freute. Als wir mit dem leckeren Mittagessen fertig waren, kam ein Reisebuss an und ca. 10 Leute stiegen aus. Die Glasscheiben waren nicht besonders dick, weshalb wir unsere Landesgenossen rasch erkannten. Die Gruppe stürmte in den Raum und beanspruchte einige Tische. Wir standen langsam auf, gaben unseren Tisch frei und gingen nach draussen um das Langhaus zu besichtigen.

Der Weg führte uns vorbei an einem Gehege mit einem Schwein, welches genüsslich im Schlamm grub. Darauf folgte eine Schafsherde. Im Langhaus war es warm und roch nach Pfadi-Lager. Die Hütte war aufgeteilt in Aufenthalts-, Wohn- und Essbereich und Schlafbereich. Wir konnten zusehen, wie eine Darstellerin mit einer einfachen Spindel die Schafswolle spann. Sie erklärte uns, dass die Wikinger sehr viel Garn benötigten, da neben Kleidung und Teppichen auch die Schiffsseile und -segel aus Garn hergestellt wurden. Als der Raum immer wie voller wurde, verabschiedeten wir uns und gingen nach draussen.

Wir folgten dem Weg welcher uns mit einem Rundweg zur Kirche bringen würde. Rasch waren wir an einer grossen Koppel, auf welcher drei Pferde standen. Eines kam sofort auf uns zugetrabt, als es Fabian sah. Nachdem es zu seiner grossen Enttäuschung kein Leckerli von Fabian erhielt, zog es sich beleidigt zurück, während Fabian nieste.

Wir hatten Glück und konnten den Rundweg beenden, bevor es immer heftiger regnete. Im Souvenirshop angekommen, wählten wir zwei Thermos-Flaschen aus (ja, es wäre besser gewesen eine von zu Hause mitzunehmen…) und einen Magneten aus.

Der Wind peitschte uns den Regen an die Körper, weshalb wir froh waren, als wir endlich im Auto ankamen. Wir fuhren zurück zum Campingplatz, tankten unterwegs und verschoben den Einkauf auf den nächsten Tag (was nicht die beste Idee war). Beim Campingplatz angekommen wuschen wir die Wäsche. Es stellte sich als etwas anstrengender heraus, da die Maschinen beim alten Servicegebäude waren. Als Tanja durch Wind und Regen endlich im Trockenen war, stellte sie fest, dass das Waschmittel noch im Wohnwagen war. So kann Vergesslichkeit bestraft werden. Als sie dann auch noch die einzige Maschine belud, welche nicht funktionierte, wurde die Lage etwas kritisch da so viel Pech eigentlich nicht möglich sein sollte. Fabian ging zur Rezeption und erhielt ohne Problem eine neue Waschmünze, während Tanja die Wäsche umlud. Danach klappte alles weitere wie am Schnürchen.

Montag 16.05.2022

In der letzten Nacht wurde die Gasflasche leer. Wir waren dankbar, dass dies bereits nun geschehen war und nicht erst morgen, am Verfassungstag. Kurz nach dem obligatorischen Kaffee und Redoxon starteten wir unsere Einkaufstour. Die Massen an Fahrzeugen, welche einen Parkplatz suchten, zeigten uns auf, dass es in Norwegen genau gleich zugeht, wie wenn bei uns ein Feiertag vor der Tür steht und die Läden für 1 (!) Tag geschlossen bleiben. Wir fanden auf der anderen Strassenseite einen Parkplatz und gingen gemütlich und mit viel Zeit einkaufen. Das Einkaufszentrum erinnerte uns an das Westside (gross und etwas unübersichtlich).

Am Nachmittag fuhren wir zum Dorf Å. Rasch fand Fabian auf dem grossen Parkplatz seinen bevorzugten Platz. Nach ein paar Metern waren wir im Dorf, welches fast leer war.

Leider haben wir vergessen, dass an den Montagen ein Ruhetag war. Dennoch konnten wir das Dorf erkunden und liefen bis nach vorne zum Pier. Die Rufe der Möwen hallten uns nach, wir fragten uns, wann wir uns an diesen Lärm gewöhnen würden. Als es begann zu regnen, gingen wir zum Auto zurück und fuhren zum Campingplatz.

Dienstag 17.05.2022

Wir schliefen heute aus und starteten mit einem gemütlichen Frühstück in den Verfassungstag. Danach machte uns Tanja Sandwiches, während Fabian seinen Foto-Rucksack packte. Wir besuchten heute das „Venedig“ der Lofoten, und hatten ca. 1h 30min Fahrt vor uns. Unser Navi wollte jedoch, dass wir die Fähre nehmen und gab als Zeitangabe bis zum Ziel 8h an. Die Stimme von Navi wurde immer wie gereizter, als wir auf die widerholten Wende-Manöver-Angaben nicht eingingen. Schlussendlich stellten wir das Navi stumm und genossen die Ruhe :). Bei einer wunderschönen Bucht machten wir eine kurze Pause und fuhren dann weiter.

Endlich erfuhren wir, warum sich das Navi weigerte auf dem Landweg zu navigieren. Eine Brücke, welche saniert wurde, war als gesperrt eingetragen. Wir passierten den „gesperrten“ Weg ohne Mühe, danach wurde die Fahrzeit neu berechnet, welche nur noch 20 Minuten betrug.

Als wir den öffentlichen und kostenpflichtigen Parkplatz erreichten, regnete es immer noch. Wir assen unsere Sandwiches und hörten den neuen Podcast von Paluten und Manuel „Kottbruder“. Als wir fertig waren, hörte Fabian mehrere Trommeln. Rasch zogen wir unsere Regenjacken an und liefen auf das Geräusch zu. Wir konnten (zusammen mit ein paar anderen Touristen) den letzten Rest der Parade sehen. Wegen dem Regen hatten alle Regen- oder Winterjacken über der schönen Tracht angezogen, weshalb wir leider nicht viel gesehen haben. Viele der Einheimischen nickten uns freundlich zu und lächelten uns an. Nach einiger Zeit wussten wir auch warum; Tanja trug ihre knallrote Jeanshose und darüber die dunkelblaue Regenjacke – so deckte sie 2/3 der norwegischen Flagge ab. Fabians beige Hose könnte strenggenommen als weiss gelten, wodurch wir uns für diesen Tag perfekt angezogen hatten :).

Wir beschlossen bald, zurück zu fahren. Wind und Regen blieben bestehen und begleiteten uns bis zum Campingplatz. Den Nachmittag verbrachten wir im Wohnwagen und hofften, dass die Orkan-artigen Windböen bald nachlassen würden.

Mittwoch 18.05.2022

Die Wetterprognose gab an, dass es heute Vormittag bewölkt, aber trocken sein würde. Daher fuhren wir bald los um das Fischerdorf Nusfjord zu besuchen. Um den (kostenpflichtigen) Parkplatz zu erreichen, durften wir am Ende einen sehr steilen schmalen Weg hochfahren. Zum Glück kam kein anderes Fahrzeug entgegen. Gemäss den Google-Rezensionen konnte man vom Parkplatz aus einen kleinen Trampelpfad noch hochgehen/klettern, wo anschliessend eine herrliche Aussicht warten würde. Unsere Wanderschuhe hatten wir im Wohnwagen vergessen. Dennoch begannen wir den Aufstieg. Am Anfang konnten wir gut auf dem angegebenen Weg laufen. Danach wurde es immer steiniger, weshalb wir begannen zu klettern. Tanja wollte uns gerade gratulieren, dass wir es ohne Unfall geschafft hatten, als Fabian auf einem schrägen Stein ausrutschte und einen Misstritt machte. Den Schmerz ignorierend, machte Fabian einige Fotos. Anschliessend besprachen wir, wie wir am besten wieder nach unten kommen werden.

Da Fabian noch gehen konnte, erkundeten wir das kleine Dorf. Während der Saison wird ein Eintrittsgeld verlangt, damit das Dorf angeschaut werden durfte. Im Mai hat jedoch noch alles geschlossen, weshalb wir beschlossen für unseren (max.) 10 minütigen Rundgang nichts zu zahlen. Wir wurden von niemandem aufgehalten, weshalb auch die Möglichkeit besteht, dass in der Nebensaison kein Eintritt verlangt wird. Die Fischerdörfer gefallen uns sehr, jedoch können wir oft kaum Unterschiede feststellen. Somit werden wir die restlichen Tage ohne weitere solcher Besichtigungen verbringen :).

Am Nachmittag und frühen Abend spazierten wir am Sandstrand entlang und beobachteten die nordischen Enten, welche immer lauter schimpften, wenn wir ihnen schon wieder zu nahe kamen. Heute bekamen wir endlich die Möglichkeit zu wissen, was es bedeutet, wenn die Sonne kaum noch untergeht. Kurz vor Mitternacht versank die Sonne in einem wunderschönen Sonnenuntergang.

Donnerstag 19.05.2022

Endlich erwachten wir heute morgen mit Sonnenschein. Der Wind hörte auf und die nassen, grauen Wolken waren weg. Nachdem wir gefrühstückt haben, machte uns Tanja Sandwiches. Sobald die Rucksäckte gepackt waren, fuhren wir mit dem Auto zu einem nahegelegenen Strand. Von dort führt ein Weg dem Meer entlang bis zur nächsten Bucht. Dieser Weg kann entweder hin und zurück gegangen werden, oder auf einem der Wege könnte die frühere Poststrasse genutzt werden, welche über einen Sattelkamm der zwei Berge führt. Wir entschieden uns bereits beim Start für die Variante 1.

Wir kamen schnell voran und genossen die herrliche Aussicht! Der Kontrast von Meer mit Wellen auf der einen und felsige Berghänge auf der anderen Seite, imponierten uns sehr. Ein paar Schafe standen zwischen den Felsen und beachteten uns kaum. Etwa in der Hälfte assen wir unser Mittagessen und genossen die Aussicht auf das Meer. Plötzlich kam Bewegung auf, um die nächste Kurve schoss ein kleiner Traktor, welcher hinten eine Kiste befestigt hatte. Aus der Kiste schaute ein Schaf raus. Der Bauer wendete auf dem schmalen Weg, dann sah er uns, schaute genervt und schloss das Gatter und fuhr dann genauso rasch davon. Wir zogen unsere Rucksäcke an, und liefen ihm gemütlich hinterher. Das Gatter öffneten- und schlossen es wieder hinter uns. Schon bald kamen wir an der anderen Bucht an. Hier dominierten grosse Felsbröcke, welche am Strand lagen und immer wieder von den Wellen umspühlt wurden.

Als wir uns auf dem Rückweg befanden, überholte uns bald wieder der Traktor. Gespannt konnten wir den Bauer beobachte, welcher die „geladenen“ Schafe mit den Jungtieren auslud. Wir verstanden nicht, warum die Schafe nicht im Gehege ausgesetzt wurden, sondern davor. Ein kleines Lamm machte dem Bauer das Leben nicht leichter. Er wollte es zu seiner Mutter bringen, welche auf einem hohen Felsen stand. Es entstand ein „Spiel“ wonach der Bauer sich bückte um das Jungtier hochzuheben, dieses jedoch selber auf den Felsen sprang. Wenn er sich aufrichtete hüpfte es wieder runter. Wir waren nicht die einzigen Zuschauer, welche dem Schauspiel gebannt zusahen. Als das Lamm endlich dort war, wo es sein sollte, spazierte das Mutterschaf los. Wir machten einen bogen um den Traktor und genossen den Weg zurück.

Am Nachmittag fuhren wir erneut einkaufen und genossen anschliessend das schöne Wetter auf dem Campingplatz. Wir wuschen nochmals Wäsche und begannen die morgige Abreise vorzubereiten.

Freitag 20.05.2022

Pünktlich um 6 Uhr klingelte unser Wecker. Wir tranken einen Kaffee und Tanja genoss ihr Overnight Frühstück. Nachdem wir uns angezogen hatten, erledigten wir (bzw. heute mehrheitlich Fabian) die Handgriffe, bis wir kurz nach 8 Uhr losfuhren. Zum Abschied winkten wir dem Strand nochmals zu, bevor wir um die nächste Kurve verschwanden. Nachdem wir fast die Hälfte des Weges geschafft hatten, merkten wir, dass unsere Bremskeile auf dem Campingplatz liegen geblieben sind. So machten wir einen Umweg von ca. 17 Kilometer zum nächsten Biltema in Narvik. Nach einigem Suchen fanden wir zumindest einen Bremskeil (von 2 welche wir benötigen würden). Wir waren etwas müde und fuhren ohne weitere Pause durch.

Kurz nach 17 Uhr kamen wir beim Campingplatz in Kiruna an und richteten uns ein. Beobachtet von einer neugierigen Katzen, die wohl auch noch nie automatische Stützen an einem Wohnwagen sah. Nach einem gemütlichen Abendessen gingen wir spazieren und wollten bei der Rezeption das Passwort für das WLAN nachschauen. Auf dem Rückweg hatten wir das benötigte Passwort nicht (haben es vor Ort vergessen), jedoch hielt Tanja unser neu erstandenes Maskottchen in den Händen. Die zwei Plüschtier-Elche, welche sich umarmen, sind sehr süss und schauen uns auch jetzt zu, wie wir den Blogg verfassen :).

Samstag 21.05.2022

Wir beschlossen das Sami Museum zu besuchen. Auf der Homepage war vermerkt, dass sie auch Rentiere haben, welche teilweise gefüttert und gestreichelt werden dürfen. Zum Glück waren wir früh dran, da es sehr wenige Parkplätze gab. Leider war die Homepage nicht aktuell, da auf dieser nicht vermerkt war, dass die Rentiere noch in den Ferien verweilen. Im Gegenzug war der Eintritt kostenlos. Wir gingen nach draussen und liefen die vorgegebenen Wege ab und lernten einiges über das Leben der Sami. Es war schön warm und die Sonne schien. Um 11.30 Uhr waren wir mit unserem Rundgang fertig und hatten etwas Hunger.

Die nette Mitarbeiterin informierte uns, dass noch eine Deutsche-Reisegruppe das Café von ca. 11 – 12.00 gebucht hätte und wir doch später wieder kommen sollen. Wir gingen durch den kleinen Souvernier-Shop und kauften einen speziellen Käse (welcher in den Kaffee gelegt werden kann), sowie Marmelade, Tannen-Sirup und getrocknete Heidelbeeren. Wir verbrachten die restliche Zeit bis zum Mittag damit, den angrenzenden Friedhof anzuschauen. Alle Grabsteine waren sehr gepflegt und die Innschriften gut lesbar.

Zum Essen wählten wir je einen Rentierburger mit Ziegenkäse, Salat und Zwiebeln und als Beilage Bratkartoffeln. Der Käse im Burger war etwas ungewohnt, jedoch sehr lecker. Die Atmosphäre des Cafés war sehr heimelig. In der Mitte vom Raum brannte ein Feuer. Die Decke war verziert mit Lichterketten, welche wie kleine Sterne aussah.

Anschliessend fuhren wir zum Einkaufen und liefen langsam durch den grossen Laden. Als wir aus dem Megastore kamen, war es schon nach 15 Uhr. Das Touristencenter von Kiruna schliesst um 16 Uhr – wir wissen bereits jetzt, dass wir erst danach dort eintreffen würden. Daher verbrachten wir den restlichen Tag beim Campingplatz, gingen etwas spazieren und genossen die Gemeinschaftsduschen (Herren und Frauen getrennt), welche sonst niemand aufsuchen wollte :).

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